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Kurzinterview: Brandschutz im Holzbau

BFH-Professorin Isabel Engels erarbeitet zusammen mit dem BFH-Risikoexperten Professor Dirk Proske und Baujurist Alois Keel die neuen Brandschutzvorschriften. Die Holzbauingenieurin und Brandschutzexpertin über Vollbrände, Solaranlagen und den Kantönligeist.

Isabel Engels, verzeihen Sie die klischierte Einstiegsfrage, aber: Wohnen Sie in einem Holzhaus und heizen Sie mit Holz?
Isabel Engels: Jein. Ich wohne in einem typischen Bieler Hybridbau mit Mansarde, Dach und Geschossdecken in Holzbauweise. Arbeiten tue ich im BFH-Gebäude an der Solothurnstrasse, einem Holzbau der mit Holz geheizt wird.
 
Prof. Isabel Engels. Bild: BFH
 
Früher war klar, wenn ein Feuer in einem Holzgebäude aus-bricht, ist es nur im Anfangsstadium des Brandes noch zu retten. Und heute?
Wenn ein Gebäude in Vollbrand steht, ist es unerheblich, ob es ein Holzgebäude ist oder aus Stahl-Beton. Holz stellt im Vollbrand zusätzlich eine Brandlast durch das brennbare Material dar.
 
Was ist eine Brandlast?
Das ist die Wärmemenge, die bei der Verbrennung von Gegenständen entsteht und noch zum Feuer beiträgt, wie Vorhänge, Zeitungsstapel, usw. Heute hat man aber Strategien entwickelt, um diesem unerwünschten Verhalten von Holz zu begegnen.
 
Welche Technologien machen Holz resistent gegenüber Feuer und Hitze?
Konstruktiv sind das zum Beispiel Systeme, in denen man die Holzbalken in nichtbrennbares Material einpackt. Oder neue modifizierte Holzbehandlungssysteme, wie jenes meines BFH-Kollegen Thomas Volkmer. Er presst mineralische Lösungen mit Druck ins Holz und macht es damit brandresistenter und lichtstabiler.