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Mediadaten 2019

Digitalisierung im Baugewerbe heisst Zukunft mitgestalten

Charles Cahans

Die Digitalisierung hat Einzug in die Baubranche gehalten. Das Thema ist allgegenwärtig. Building Information Modeling (BIM) ist der dominierende Ausdruck und widerspiegelt neue Dimensionen der Baukultur in sozialer, technischer und kultureller Hinsicht. Darüber waren sich Experten anlässlich der Swissbau in Basel einig.

Die digitale Transformation ist in der Baubranche eine noch unterschätzte Chance. Das Building Information Modeling (BIM) steht für ein Konzept mit grossem Potenzial für technologische Innovationen sowie vernetztes Denken und Arbeiten. Die Digitalisierung bringt auch beim Bau neue Geschäftsmodelle, neue Vernetzungsformen, neue Arten von Disziplinen mit übergreifender Zusammenarbeit und auch neue Arbeitsprozesse ins Spiel. Daher ist der Aufruf an die gesamte Bauindustrie, mit mehr Gemeinsamkeiten und Kooperationen in die digitale Zukunft zu gehen, verständlich. Wie Experten an der diesjährigen Swissbau erklärten, sind das Kooperationsverhalten und die Vernetzung der entsprechenden Akteure noch zu wenig ausgeprägt. Bei der Nutzung der Digitalisierung hinkt die Bauwirtschaft in vielen Sektoren der ausländischen Konkurrenz hinterher. «Wir haben noch einen langen Weg vor uns», sagte der Präsident von «Bauen digital Schweiz», Markus Weber. Von einer Standardisierung in die Tiefe der Prozesse sowie einem systematischen und effizienten Umgang mit der enormen Datenmenge sei die Branche noch weit entfernt. Die Zukunft aber fordert eine durchgehende digitale Planung für den gesamten Bauprozess inklusive das Baunebengewerbe. Nur so entstehen Bauwerke der Zukunft, die als Ganzes und im gesamten Lebenszyklus optimiert sind. Die Digitalisierung werde die meisten Beteiligten produktiver und zielgerichteter machen, so die Hoffnung.

 

Die Schweiz ist keine Insel

Die Baubranche, die in den letzten Jahren kaum grössere Effizienzsteigerungen realisierte, stellt die Prozesse mit der Digitalisierung auf ein neues Fundament. Die Zukunft kann nur im vernetzten Kollektiv gebaut werden, was auch dem Motto der diesjährigen Messe entspricht. Die Transformation umfasst Digitalisierung, Raumplanung, Ressourcenmanagement, Logistik, Ästhetik sowie Bildung und muss so aufbereitet und koordiniert werden, dass alle Beteiligten das Gleiche unter den verschiedenen Begriffen verstehen. Während die Schweiz auf die Eigeninitiative der Branche setzt, gibt in anderen Ländern wie Deutschland, USA oder Grossbritannien die Politik der Bauwirtschaft Vorgaben für die Digitalisierung. Um auch hierzulande die Innovation zu fördern, hat die Interessengemeinschaft «Bauen digital Schweiz» einen Stufenplan mit verschiedenen Bereichen entwickelt: digital Planen, Kollaboration, bauen und betreiben mit dem Ziel, eine gemeinsame Sichtweise aufzubauen. Zur Trägerorganisation «netzwerk_digital» haben sich die Verbände SIA, CRB, KBOB/IPB und «Bauen digital Schweiz» zusammengeschlossen, wobei diese Plattform auch offen für Themenschwerpunkte von Dritten ist.

 

Roboter bauen die Häuser der Zukunft

Die Digitalisierung verändert Branchen und Märkte grundlegend und stellt viele Unternehmen vor gewaltige Herausforderungen. Für komplexe Konstruktionen stehen heute schon Roboter im Einsatz. Das erste hierzulande digital gebaute Haus wurde auf dem Empa-Gelände in Dübendorf erstellt. Die Roboter erhielten die Anweisungen direkt aus den Planungsdaten der Architekten. Allein schon die Digitalisierung führe zu einer nachhaltigeren Bauweise, sagen die verantwortlichen Architekten, denn mit der optimalen Funktion jedes Bauteils würden Rohstoffe gespart und bereits für das spätere Recycling vorbereitet. Die permanente Optimierung des Bauprozesses zu sogenannten «Smart Buildings» verändert auch das gesamte Feld des Facility Managements.

Die Chancen der digitalen Transformation in der Baubranche wurden an der Swissbau in einer Sonderschau mit dem Titel «Innovation Lab» gezeigt. Es war beeindruckend, in eine digitale Erlebniswelt einzutauchen und mitzuerleben, wie Gebäude in naher Zukunft geplant, gebaut, genutzt und betrieben werden oder wie neue Raumwelten mit neuen Materialen und Formen Gestalt annehmen. Im Mittelpunkt steht jeweils der Lebenszyklus einer Immobilie. Das Potenzial der neuen Baumethoden ist gross und die Veränderung der Wertschöpfungskette von der Planung über den Bau bis zur Bewirtschaftung erlaubt nicht nur beschleunigte Arbeitsprozesse, sondern führt zu einem Kulturwandel in der Zusammenarbeit aller am Bauprozess Beteiligten. Und dies wiederum stärkt die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. Spannende Aspekte vermittelten das Vorführen von Robotern und 3D-Druckern, denn diese Elemente gehören zu den festen Instrumenten, um der digitalen Herausforderung zu begegnen.

 

www.swissbau.ch