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Wohnen am Bildweiher

Mehrfamilienhaus in Holzbauweise mit Lignatur-Deckenelementen nach SNBS

Wie baut man, wenn das Grundstück unmittelbar an ein Naturschutzgebiet angrenzt? Mit dieser Fragestellung haben sich die Schweizer Architekten Forrer Stieger bei der Planung des Mehrfamilienhauses Kräzern in St. Gallen intensiv auseinandergesetzt. Das Ergebnis ist ein Holzelementbau, der das Thema Nachhaltigkeit bis ins Detail spielt und als eines der ersten Gebäude in der Schweiz nach dem neuen Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz SNBS realisiert wurde.

Für den Geschosswohnungsbau am Naturschutzgebiet Bildweiher wurde ein in die Jahre gekommenes Mehrfamilienhaus abgerissen. Aufgrund der leichten Hanglage und für den Bau einer Tiefgarage wurden Unter- und Sockelgeschoss in Stahlbeton errichtet. Die vier oberen Geschosse sind in Holzelementbauweise errichtet. Der Baustoff Holz überzeugte Bauherr und Architekten aufgrund seiner positiven Eigenschaften in Bezug auf Raumklima, Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit sowie seiner natürlichen Anmutung. Im Vordergrund der nachhaltigen Planung stand, ein qualitativ hochwertiges Gebäude mit langer Lebensdauer zu errichten. Hier knüpft der neue Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz SNBS an, der möglichst umfassend die Dimensionen Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt umfasst. So wurde bei der Planung des Mehrfamilienhauses nicht nur darauf geachtet, den Energieverbrauch maximal zu reduzieren, sondern es wurde ebenso berücksichtigt, wie sich das Gebäude in seine Umwelt einfügt oder wie viel Mobilität das Gebäude in seinem Umfeld verursacht.

Bild: Till Forrer/Lignatur

Ein weiteres Argument für den Werkstoff Holz war der hohe Vorfertigungsgrad der Holzelemente und damit eine kurze Bauzeit. Es wurden 243 Tonnen Holz verbaut. Das Mehrfamilienhaus besteht aus zwei leicht versetzten Baukörpern mit je fünf Geschossen und insgesamt 28 Wohnungen. Ein zentrales gestalterisches Anliegen der Architekten war es, eine ruhige und optisch-homogene Wirkung von Tragwerk, Wand- und Deckenelementen zu erzielen. So bestehen Böden und Decken aus multifunktionalen Lignatur-Flächenelementen. Zum Einsatz kamen Lignatur silence12-Elemente mit einer Bauhöhe von 180 Millimetern. Die lasierten Holzdecken mit hochwertiger Oberflächenqualität erfüllen mit einem Feuerwiderstand von 60 Minuten die hohen Brandschutzanforderungen von mehrgeschossigen Holzbauten, und zudem gewährleisten sie einen optimalen Schallschutz im Gebäude. Als weiterer Vorteil der Lignatur-Deckenelemente erwies sich ihre kompakte Bauweise: Aufgrund der eingeschränkten Gebäudehöhe mussten Deckenkonstruktion und -aufbau möglichst schlank realisiert werden. Nur in der Optik bzw. Ausführung unterscheiden sich Decken und Böden: Im Sockelgeschoss sowie im 1. und 2. OG wurden dunkle Mosaik-Plattenböden sowie Eichenparkett mit weiss lasierten Lignatur-Holzdecken kombiniert. Im 3. OG und Attikageschoss sorgen helle Mosaik-Plattenböden bzw. weiss versiegeltes Eichenparkett in Kombination mit Lignatur-Holzdecken, die mit farblosem Lichtschutz behandelt wurden, für eine wohnliche Atmosphäre.
Bis ins Detail planten die Architekten das homogene Erscheinungsbild des Mehrfamilienhauses in punkto Materialität: So gehen die Deckenelemente scheinbar nahtlos vom Innen- in den überdachten Aussenraum über – nur eines von zahlreichen Details, die dem Gebäude seine konsequente Präzision verleihen.

  
Bild: Till Forrer/Lignatur

 

Bild: Till Forrer/Lignatur

 

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